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Forschungs-Highlights

Die Liste der Produkte und Anwendungen, die durch die Arbeit des Forschungskuratoriums angestoßen und zum Teil bis zur Marktreife entwickelt werden konnte, ist lang. Im Blick auf das Jahr 2015 hat das Forschungskuratorium Textil Leitthemen definiert, die den Rahmen für Forschungsprojekte mit gänzlich verschiedener Zielsetzung bilden. Allen Forschungsprojekten ist dabei aber gemein, dass mit ihrer Hilfe für Textilien neue Einsatzbereiche und Märkte erschlossen werden sollen, um die Fortentwicklung der heimischen Textil- und Bekleidungsindustrie sowie verwandter Bereiche langfristig zu sichern.

Nachfolgend sind einige Highlights aktueller Textilforschung zusammengestellt. Zusätzliche Beispiele wirtschaftsnaher Forschung finden sich im Highlight-Archiv.

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Textilintegriertes intelligentes System zum Ernährungs- und Wasserhaushaltsmanagement
Im Alter verringert sich die Adaptions- und Belastungsfähigkeit körpereigener physiologischer Regelkreise (sog. labile Homöostase). Zum Ausdruck kommt dies in einer unangemessenen Reaktion auf Störungen des biologischen Gleichgewichtes, verursacht durch langsamere Adaptionszeiten, Abnahme der Bandbreite, in der die Regulation erfolgen kann und veränderte Kompensationsme-chanismen. Ein Beispiel eines störanfälligen physiologischen Regulationssystems ist der Wasser- und Elektrolythaushalt. Funktionseinschränkungen der Niere, Änderungen im Hormonhaushalt, ein Nachlassen des Durstempfindens und die Nebenwirkungen von Medikamenten führen sehr häufig zu einer Dehydratation mit schwerwiegenden Folgen. Diese äußern sich unter anderem in Schwächeanfällen und Krämpfen, Bewusstseinstrübung und Gefahr der Kreislaufinsuffizienz. Diese Symptome können schleichend und ohne wesentliche Vorboten zu klinisch relevanten Erkrankungen bis hin zum Tod des Patienten führen. Für den behandelnden Arzt ist es schwer die richtige Diagnose zu stellen und dadurch zu unterscheiden, ob die Symptome typisch für das Alter oder für eine Dehydratation /Mangelernährung sind. Ein besonders drastisches Beispiel ist der Jahrhundertsommer 2003 in Frankreich, bei dem es auf Grund der thermischen Belastung und Dehydratation zu einem deutlichen Anstieg der Sterbeziffer kam (2004: 518.100, 2003: 560.100, 2002: 544.100). Protein-Energie-Mangelernährung reduziert die Lebensqualität, verlängert die Krankenhausver-weildauer und erhöht drastisch die Mortalität. Untersuchungen der deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin zufolge sind 20–30 % aller Krankenhauspatienten mangelernährt . Tumorpatienten beispielsweise leiden häufig an einem starken Körpergewichtsverlust (Kachexie), insbesondere nach einer Chemotherapie. In diesen Fällen ist eine genauere Überwachung des Ernäh-rungszustandes und des Wasserhaushaltes als Therapiemaßnahme notwendig. Bisher ist dies allerdings nur durch kostenintensive Besuche des Hausarztes oder eines Pflegedienstes realisierbar. Auch wenn alte Menschen autonom in ihrer eigenen Wohnung leben möchten, ist ein Überwachungssystem notwendig, welches eine Ferndiagnose bezüglich des Ernährungszustandes und des Wasserhaushaltes des Patienten ermöglicht. Somit kann Fehl- oder Mangelernährung und Dehydratation frühzeitig erkannt und verhindert werden.Es besteht ein großer Forschungsbedarf zu textilen Elektroden, deren Integration und zur Umsetzung des Systems. Bisher sind Systeme zur Bioimpedanzspektroskopie nicht textilintegriert und nur bedingt mobil. Die Elektronik für diese Systeme ist noch zu groß für das tragbare System. Es gibt noch kein Gesamtsystem, welches unabhängig vom Standort und vom Arzt die BIS-Signale auswertet, kommuniziert und ein Feedback mit konkreten Handlungsempfehlungen gibt bzw. indi-viduelle Serviceleistungen anbietet. Das NutriWear System würde zu einer deutlichen Kostenreduktion im Gesundheitswesen beitragen. Im Jahr 2002 betrugen die Krankheitskosten pro Kopf der Bevölkerung 2 710 €, wobei die Kosten mit zunehmendem Alter stark ansteigen: von durchschnittlich 1 000 € bei unter 15-jährigen auf 12 430 € bei 85-jährigen und älteren Personen. Betrachtet man die Anteile der einzelnen Krankheitsklassen an den gesamten Krankheitskosten, so schlagen Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselerkrankungen 2002 in Deutschland mit 12,9 Mrd. Euro (5,8%) zu Buche. Wenn man davon ausgeht, dass 25% der deutschen Bevölkerung über 65 Jahre alt ist, entspricht dieses einer Anzahl von 20,5 Mio Einwohnern. Es ist bekannt dass 30% der über 65-jährigen unter Inkontinenz leiden und im Alter das Durstgefühl nur noch eingeschränkt vorhanden ist. Allein diese beiden Faktoren führen sehr leicht zu eine Dehydratation der betroffenen Personen, wodurch physiologische Beschwerden entstehen können.ProjektIm Forschungsvorhaben "NutriWear" wird vom Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen ein tragbares System zur Überwachung des Ernährungszustandes und des Wasserhaushaltes entwickelt, das auf intelligenten Textilien basiert. Das NutriWear-System ermöglicht erstmals, Ernährungsparameter 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche (24/7) mobil, mit guter Abdeckung zu messen und dabei die Vorzüge eines Textils zu nutzen. Somit kann die Überwachung des Ernährungszustandes und des Wasserhaushaltes auch auf das Arbeits- und Alltagsleben erweitert werden. Durch die präventive und therapeutische Nutzung des NutriWear System können Krankheitskosten erheblich reduziert werden. Das System besteht aus einem körpernah getragenen Kleidungsstück mit integrierter textiler Sensorik, mikroelektronischer Messtechnik und Kommunikationselektronik. Die Messung erfolgt durch die Bioimpedanzspektroskopie (BIS), mit der die prozentualen Anteile von Wasser, Muskeln und Fett im Körper ermittelt werden können. Die Messung erfolgt durch in das Kleidungsstück integrier-te textile Elektroden. Die Messströme werden durch textile elektrische Leiter im Kleidungsstück zu einer Schnittstelle geleitet, die das Textil mit einer Mikroelektronik verbindet. Diese Mikroelektronik setzt die Messsignale in digitale Daten um, bereitet sie auf und leitet sie kabellos an das mobile Endgerät (Auswerteeinheit) weiter, wo sie dann ausgewertet werden. Das Endgerät gibt dem Nutzer ein direktes akustisches oder visuelles Feedback. Darüber hinaus ist aber auch die Übermittlung zu einem medizinischen Dienstleistungsanbieter möglich. So kann der Ernährungszustand und Wasserhaushalt online, kabellos und kontinuierlich überwacht werden. Es können Ferndiagnosen gestellt und eine akute Unterversorgung erkannt und schnell beseitigt werden, indem der Patient und/oder ein Pflegedienst informiert werden. Durch die Integration in körpernahe Bekleidung ist das System sehr einfach anzulegen und zu positionieren, es ist unauffällig, bequem zu tragen und waschbar. Die Integration der Auswertung und Datenübermittlung macht das System mobil und dauerhaft einsetzbar, einfach zu bedienen, zuverlässig und preiswert. Weitere Zielgruppen für dieses System sind Menschen mit Essstörungen und Menschen, die bis ins hohe Alter autonom Zuhause leben möchten. Auch Ausdauersportler können das System zur Überwachung des Wasserhaushaltes während eines Wettkampfes oder zur Bewertung des Nähr-stoffhaushaltes während des Trainings nutzen. FörderungFinanzielle Förderung über das Forschungskuratorium Textil aus Haushaltsmitteln durch das Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des VDI/VDE-IT.Projektpartner Philips Technologie GmbH Forschungslaboratorien, Aachen Elastic GmbH, Neukirchen Suprima GmbH, Bad Berneck ...
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Nanobasierte Ausrüstung für neue Tiefenfiltermedien
Erhöhte Umweltbelastungen, vermehrte Erzeugung von Feinststäuben durch technische Prozesse, partikelempfindliche Produktionstechniken und die zunehmende Allergieempfindlichkeit in der Bevölkerung erfordern zur Aufrechterhaltung der Gesundheit immer leistungsfähigere Filtermedien. In raumlufttechnischen Anlagen (RLT) und bei der Luftfiltration in Fahrzeugen übernehmen Tiefenfiltermedien die Reinigung der Luft von Grob- und Feinstaubpartikeln. In Deutschland sind in ca. 25 000 Immobilien rund 400 000 raumlufttechnischen Anlagen installiert. Der Bedarf an jährlich in Deutschland auszutauschenden Filtern in RLT-Zentralgeräten wird mit rund 1 Mio. Stück angesetzt. Als Tiefenfiltermedien werden mehrschichtige Vliesstoffverbunde aus Synthesefaserstoffen eingesetzt, die durch ein kompliziertes Faser-Poren-Labyrinth und das hervorragende Verhältnis zwischen Volumen, Masse und Aufnahmekapazität gekennzeichnet sind. Die meist lockere Schichthaftung kann sich nachteilig auf Konfektionierbarkeit, Filtrationseffizienz und Nutzungsdauer auswirken. Ein wesentlicher Nachteil bisheriger Filtermedien ist die durch Lagerung und Klimaeinflüsse bedingte relativ schnelle Reduzierung der elektrostatischen Wirkung der Filtermaterialien. ProjektIm Rahmen des gemeinschaftlichen Forschungsprojektes (IGF-NR. 261 ZBG / 1) wurden vom Sächsischen Textilforschungsinstitut e.V. (STFI) und seinen Projektpartnern unterschiedliche hydrodynamisch verfestigte Vliesstoffverbunde für die Anwendung als RLT-Filtermaterial der Filterklasse F7 entwickelt. Die neuen optimierten Luftfiltermedien HYCOSPUN® bestehen aus einem Dreischichtverbund. Dieser ist aus einem voluminösen Filament-Spinnvliesstoff als Speicherschicht, einem Meltblown-Vlies als Sperrschicht und einem feinen Spinnvliesstoff als Schutzschicht aufgebaut. Parallel konnten neue wasserbasierte anorganisch-organische Beschichtungssole (nHp), welche sowohl die Einstellung einer aufladbaren bzw. einer ableitenden Oberfläche ermöglichen als auch antimikrobielle Eigenschaften aufweisen, miteinander kombiniert und entwickelt werden. Wenngleich die elektrostatisch ableitfähigen nHp-Systeme die Abscheideleistung der RLT-Filtervliesstoffe nicht verbessern, wird für diese Systeme aufgrund genannter Eigenschaft ein Potenzial zur Optimierung von Filtermaterialien (Vermeidung elektrostatischer Aufladungen) für explosionsgefährdete Bereiche, z. B. in der Heißgasfiltration, gesehen. Ausgewählte antimikrobiell wirkende Beschichtungssole können ihre Aktivität schon bei geringen Feststoffauflagen von < 5 % entfalten. Um permanente Oberflächenladungen für eine verbesserte Partikelabscheidung auf den Filteroberflächen zu schaffen, wurde ein neues Konzept für die Entwicklung der Beschichtungssole verfolgt. Mit dem optimierten HYCOSPUN®-Verbund wurde ein RLT-Filtermaterial entwickelt, welches im Neuzustand der Filterklasse F7 entspricht. In Bezug auf die Druckdifferenzwerte sowie in der Abscheidung von DEHS, NaCl und Umgebungsaerosol erreichen die HYCOSPUN®-Filtermedien hervorragende Ergebnisse, welche durch die Ausrüstung weiter verbessert werden können.FörderungDas IGF-Vorhaben 261 ZBG / 1 wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung und - entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.Projektpartner Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC, Würzburg Institut für Luft- und Kältetechnik gGmbH (ILK), Dresden ...
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Textile Bodenbeläge mit aktiven und passiven Licht- und Farbeffekten
Mit Produktinnovationen, z. B. in Verbindung mit Neuentwicklungen aus der Lichttechnologie, können für textile Bodenbeläge neue Anwendungsgebiete erschlossen werden. Die zunehmende Anzahl an Leuchtsystemen auf der Basis von Leuchtdioden oder Glasfasern für die ortsfeste Installation, die für harte Bodenbeläge wie Stein, Fliesen und Laminat derzeit angeboten werden, bestätigen den Trend nach individueller Farb- und Lichtgestaltung. Bei textile Produkten fehlten dagegen bislang Ansätze zur alternativen Farb- und Lichtgestaltung.ProjektVom TFI - Deutschen Forschungsinstitut für Bodensysteme wurden in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung der Hochschule Niederrhein, Fachbereich Textil und Bekleidung (Forschungsstelle 2) im Rahmen eines Forschungsprojektes (IGF-Nr. 15567 / N) die technischen Möglichkeiten untersucht, neue textile Bodenbeläge mit aktiven und/oder passiven Licht- und Farbeffekten auszustatten. Für die Integration von elektrolumineszenten Kabeln (EL-Kabel) in getuftete Bodenbeläge konnte ein Verfahren entwickelt werden, mit dem das EL Kabel direkt an der Tuftingmaschine zusammen mit dem Pol- und Trägermaterial in die Rohware als Verbund eingearbeitet wird. Hierbei befindet sich das EL Kabel auf der Warenrückseite und wird bei der nachfolgenden Beschichtung der Ware im Rücken eingebunden. Die Proben mit EL Kabeln zeigten bezüglich wichtiger Gebrauchseigenschaften wie Brandschutz, Emissionen und Aussehensveränderung keine Nachteile gegenüber herkömmlichen Produkten vergleichbarer Konstruktion. Die Funktionstüchtigkeit der integrierten EL-Kabel war nach der praxisgemäßen Beanspruchung vollständig erhalten. In einer simulierten verrauchten Umgebung konnte eine deutliche Signalwirkung nachgewiesen werden. Damit sind textile Bodenbeläge mit integriertem EL Kabel als optisches Leitsystem zur Kennzeichnung von Fluchtwegen geeignet. Zusätzlich konnten EL-Kabel in Tuftingträger mittels Drehertechnologie erfolgreich eingebracht sowie neuartige, eigenständige EL-Systeme für den Einsatz als Tuftingträger auf Basis von Beschichtung und Siebdruck entwickelt werden. Auf Basis der verschiedenartigen Entwicklungen wurden Raumkonzepte mit aktiven und passiven Licht- und Farbeffekten gestaltet, welche ästhetischen Anspruch mit technologischer, industrieller Realisation verbinden und so den Weg zu zukünftigen Anwendungen der Produkte des Forschungsvorhabens weisen.FörderungDas IGF-Vorhaben Nr. 15567 / N wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung und - entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. ...
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Photokatalytisch aktive Textiloberflächen
Titandioxid (TiO2) ist eine anorganische Verbindung, die Licht absorbiert und durch Photokatalyse organische Verbindungen zersetzt. TiO2-haltige Beschichtungen nutzen diese Eigenschaft für selbstreinigende Oberflächen, schadstoff- oder geruchszersetzende Produkte. Vor allem im asiatischen Raum sind Produkte aus TiO2-haltigen Japan-Papieren weit verbreitet, zum Beispiel als Windeln, Filtermasken, Jalousien, Bespannungen und Papiertapeten. Sie sollen mit Schadstoffen belastete Raumluft reinigen oder unangenehme Gerüche beseitigen. TiO2-Beschichtungen für selbstreinigende Zeltkonstruktionen, Gardinen- und Dekostoffe sowie Teppichböden sind ebenfalls bereits kommerziell erhältlich. Die starke photokatalytische Aktivität des TiO2 bewirkt allerdings eine unselektive Zersetzung jeglichen organischen Materials, zum Teil auch der textilen Substratmaterialien und Papiere. Optimale Beschichtungen müssen eine Agglomeration der TiO2-Partikel verhindern, da sonst nicht genügend katalytisch aktive Oberfläche zur Verfügung steht. Sie dürfen das Substrat nicht angreifen und dessen textile Eigenschaften nicht verändern. ProjektAm DWI an der RWTH Aachen e.V. wurden im Rahmen des Projektes AiF 254 Z photokatalytisch aktive Beschichtungen für Textilien entwickelt, die an der Luft und in wässriger Lösung organische Substanzen wie zum Beispiel Schmutz abbauen. Alle beschichteten Textilien zeigen dabei eine photokatalytische Aktivität, ohne dass der textile Träger durch die Beschichtung angegriffen wird. Zur Herstellung der Beschichtungen wurden erstmals neuartige Heterocoagglomerate bestehend aus einem flächigen Träger und photokatalytisch aktivem, nanoskaligem Titandioxid entwickelt, die in wässriger Lösung formuliert werden können. Schichtsilikate als Träger bieten den Vorteil der schnellen Adsorption, mit der Schadstoffe aus der Umgebung in einem ersten Schritt an der Oberfläche gebunden und dann in einem zweiten Schritt durch das auf dem Schichtsilikat fixierte photokatalytisch aktive Titandioxid abgebaut werden. Die Beschichtung eignet sich für Filter, Zeltbahnen, Markisen und textile Bespannungen und kann sowohl direkt auf das Substrat als auch auf bereits beschichtete Oberflächen appliziert werden. Als Funktionsmuster wurden Luftfiltervliese aus Polyester nass angeschmutzt und an feuchter Luft belichtet. Die Vliese zeigen nach 60 Minuten Bestrahlung mit Tageslicht eine praktisch vollständige Zersetzung des adsorbierten Schmutzes.FörderungFinanzielle Förderung über das Forschungskuratorium Textil e.V. und die Papiertechnische Stiftung im Programm zur Förderung der „Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF)“ aus Haushaltsmitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen e.V. (AiF).Projektpartner: Papiertechnisches Institut – PTS-PTI, München   ...
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Abstandsgewirke in Außenrollläden
Rollläden sind echte Multitalente, die das Wohnen sicherer und komfortabler machen: Sie erschweren Einbrechern den Zutritt und bieten zusätzlich einen Wärme-, Schall-, Witterungs- und Sichtschutz. Herkömmlich eingesetzte Rollladenpanzer aus Aluminium oder Kunststoff sind lichtundurchlässig - die Verwendung transluzenter textiler Materialien im Rollladenbau eröffnet völlig neue Gestaltungs- und Einsatzmöglichkeiten.ProjektAm Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland e.V. (TITV) wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes (AiF-Nr. 15488 BR) ein textiles Flächengebilde aus Abstandsgewirke entwickelt, welches als Alternative zu Kunststoff- und Aluminiumpanzern in Rollläden im Außenbereich eingesetzt werden kann. Neben den Vorteilen handelsüblicher Produkte wurden zusätzliche Funktionen wie Transluzenz und eine deutliche Gewichtsreduzierung erreicht. Das Abstandsgewirke besitzt eine geschlossene Oberfläche und besteht aus 100 % Polyester. Durch das Einarbeiten von polfadenfreien Zonen wurden Soll- Knickstellen erzeugt. Für die Verwendbarkeit des Gewirkes in der Serienfertigung ist die Minimierung der Materialstärke notwendig, wobei die Stabilität erhalten bleiben muss. Bei den Prototypen des Forschungsprojektes wurde ein Minimalwert von 3,5 mm erreicht. Die Eigenschaften des Abstandsgewirkes hinsichtlich Aufrollbarkeit, Weiterreißkraft und zugelastischem Verhalten müssen in Folgeprojekten weiter verbessert werden. Der Rollladenpanzer ist stark der Witterung ausgesetzt, weshalb besondere Anforderungen an die Haltbarkeit und Gebrauchsfähigkeit des verwendeten Abstandsgewirkes gestellt werden müssen. Der zweite Schwerpunkt der Forschungsarbeiten lag deshalb bei der wasser- und schmutzabweisenden sowie antimikrobiellen Ausrüstung und darüberhinaus einer flammhemmenden Gestaltung der textilen Flächenware. Nach der Gewirkeherstellung wurde das Textil deshalb zunächst über eine Thermofixierung in der Dreidimensionalität stabilisiert. Danach erfolgte eine einseitige Flammschutzausrüstung auf Basis organischer Phosphorverbindungen auf der zum Fenster zeigenden Warenseite. Um die Anforderungen der Baustoffklasse B2 zu erfüllen, erwies sich die einseitig aufgebrachte Menge des Flammschutzmittels als ausreichend für die gesamte textile Struktur. Polyurethan erbrachte im Vergleich mit einer PVC- Beschichtung die besseren Ergebnisse. In das Beschichtungssystem wurden Flammschutzmittel eingearbeitet. Sowohl Direkt- als auch Umkehrbeschichtungsverfahren kamen dabei zum Einsatz. Der Polymerfilm ist abriebbeständig, ausreichend flexibel und kann bedruckt werden. Im dritten Schwerpunkt der Projektarbeit wurde ein Demonstrator entwickelt. Dieser besteht aus dem flammfest ausgerüsteten Abstandsgewirke und trägt eine einseitige flammhemmende Beschichtung aus Polyurethan, die im kontinuierlichen Verfahren der Umkehrbeschichtung aufgebracht worden ist. Zum Abschluss erfolgt eine wasser- und schmutzabweisende Veredlung in Verbindung mit einer antibakteriellen Ausrüstung am Materialverbund. Nach Abschluss aller Arbeitsschritte liegt ein funktionalisiertes Abstandsgewirke vor, welches transluzente, wasser- und schmutzabweisende sowie fungizide Eigenschaften aufweist und nicht brennbar ist. Hervorzuheben ist die deutliche Gewichtseinsparung bei Einsatz des Textils im Vergleich zu einem herkömmlichen Rollladenpanzer von ca. 2,5 kg/m² und mehr. Das entspricht einer Reduzierung um mindestens 80 %. Die Eignung des Abstandsgewirkes als Rollladenpanzer demonstriert ein experimenteller Aufbau mit Rollladenkasten und Rahmengestell. Damit liefert das Forschungsprojekt einen innovativen Beitrag zur Weiterentwicklung zweier Produkte – des Abstandsgewirkes und des Rollladenpanzers. FörderungDas IGF-Vorhaben 15488 BR wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung und - entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Projektpartner WERTBAU GmbH & Co. KG, Langenwetzendorf / Thüringen M. Zellner GmbH, Michelau Lefatex Chemie GmbH, Brüggen-Bracht ...
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Businesskleidung aus Chemiefasern
Wenn es um hochwertige Businesskleidung geht, ist reine Schurwolle für viele noch immer das Maß aller Dinge - zu Unrecht. Im Gegensatz zu Naturfasern lassen sich die Eigenschaften moderner Chemiefasern gezielt beeinflussen. Auf diese Weise können hochwertige und hochfunktionale Textilien hergestellt werden, wie die revolutionäre Entwicklung von Outdoor- und Sportbekleidung in den letzten Jahrzehnten zeigt.Im sensiblen Segment der hochwertigen Businesskleidung konnten sich synthetische Funktionsfasern dagegen bisher noch nicht durchsetzen. Neben Funktion haben hier modische Aspekte und Image eine besondere Bedeutung für den Markterfolg. ProjektVor diesem Hintergrund entwickelten Wissenschaftler des Hohenstein Instituts für Textilinnovation e.V. im Rahmen eines AiF-Projektes (AiF-Nr. 14342 N) einen modischen Businessanzug für Herren aus Polyesterfasern. Im Rahmen der Projektarbeiten wurden verschiedene Woll- und Polyestergewebe hinsichtlich ihrer Funktionalität charakterisiert. Hierzu gehören vor allem Wärme- und Feuchtemanagement, Hautsensorik sowie mechanische Eigenschaften, die maßgeblich sind für ihre Strapazierfähigkeit und Formbeständigkeit. In einem iterativen Entwicklungsprozess wurden schließlich die für die PES-Gewebe optimalen Parameterkombinationen identifiziert. Der Tragekomfort der entwickelten funktionalen PES-Gewebe, die sich durch Materialwahl und Verarbeitung an breite Temperatur- und Belastungsbereiche anpassen lassen, lag in abschließenden Untersuchungen deutlich über denjenigem von Vergleichsprodukten. So übersteht der Reisende einen Zwischenspurt im überheizten Flughafengebäude im funktionalen PES-Anzug deutlich weniger verschwitzt als im Wollanzug. Hinsichtlich Warenbild und Griff erwiesen sich die funktionalen Polyestergewebe als ebenbürtig zu hochwertigen Schurwollgeweben, hinsichtlich Gebrauchswert und Funktion sogar als überlegen, da synthetische Fasern strapazierfähiger und formbeständiger sind als Naturfasern. Mechanisch stark beanspruchte Bereiche wie in Schritt oder Kniekehlen werden deshalb nicht so schnell aufgescheuert, und auch bei längerem Sitzen entstehen keine Knitterfalten. FörderungDas IGF-Vorhaben 14342 N wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung und - entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. ...
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Innovative Allergiker-Matratze
Für Millionen Menschen in Deutschland bedeutet jede Nacht ein Martyrium: Sie leiden unter einer Hausstaubmilben-Allergie. Während Bettbezüge, Kissen und Zudecken bei Bedarf bei hohen Temperaturen in der Waschmaschine gewaschen werden können, konnte die in der Matratze befindliche Milbenpopulation und deren allergene Ausscheidungen bislang lediglich mit dicht schließenden und damit wenig atmungsaktiven Matratzenbezügen oder mit Hilfe chemischer Substanzen effektiv in Schach gehalten werden.ProjektIm Rahmen eines Forschungsprojektes (AiFPRO INNO II Forschungs-Nr. KF0125502MD5) wurde am Hohenstein Institut für Textilinnovation (HIT) in Bönnigheim in Zusammenarbeit mit dem Matratzenhersteller Fey & Co. eine neuartige Allergikermatratze zur Marktreife geführt.  Kernpunkt dieser Neuerung ist es, innerhalb der Matratze hygrothermale Lebensbedingungen zu schaffen, unter denen die Milben sich gar nicht erst ansiedeln. Da die kleinen Spinnentiere die zum Leben notwendige Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft aufnehmen, reagieren sie auf eine trockene und warme Umgebung sehr empfindlich. Die Untersuchungen der Hohensteiner Wissenschaftler haben gezeigt, dass bereits die Erhitzung der Matratze für eine Stunde auf 550 C ein- bis zweimal wöchentlich ausreichend ist, um eine Ansiedelung von Milben wirkungsvoll zu verhindern. Die von der Firma roma-Strickstoff-Fabrik Rolf Mayer in Balingen zugelieferten elastischen textilen Heizmatten sind in definierten Abständen in die Matratzenschichten eingearbeitet. So ist sichergestellt, dass über den gesamten Matratzenquerschnitt hinweg die gewünschte Temperatur erreicht wird. Durch die Verwendung eines Spezialtransformators wird dabei, anders als z. B. bei handelsüblichen Wärmeunterbetten, mit Strom im Niedervoltbereich gearbeitet. Dadurch besteht weder die Gefahr eines Stromschlages, noch wird ein störendes elektrisches Feld aufgebaut. FörderungFinanzielle Förderung über das Forschungskuratorium Textil als Mitglied der Abeitsgemeinschaft industrieller Forschungseinrichtungen (AiF) aus Haushaltsmitteln des Budesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Rahmen des Programmes "Pro Inno II". Projektpartner: roma-Strickstoff-Fabrik Rolf Mayer, Balingen Fey & Co. GmbH & Co. KG, Emsdetten diamona Hermann Koch GmbH & Co. KG, Wolfsburg   ...
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Innovative Drehergewebe mit hoher Gewebedichte
Drehergewebe gehören zu den durchbrochenen textilen Flächen. Die Grundkette wird dabei von der Dreherkette umschlugen, so daß dort, wo sonst die Kettfäden verlaufen, Lücken entstehen. Drehergewebe werden bislang überwiegend in einem Verbundprodukt als Trägermaterial eingesetzt. Das Gewebe dient hierbei als Verstärkung, welches die technischen Eigenschaften des Endprodukts wie die Reißfestigkeit  entscheidend verbessert.Neue leistungsstarke Dreherwebverfahren mit Nadelriettechnologie lassen neben netzartigen Drehergeweben auch schussdichte Gewebekonstruktionen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten attraktiv erscheinen. Es eröffnen sich völlige neue Anwendungen beispielsweise für innovative Technische Textilien, die auf die Vorzüge der neuen Drehergewebe abzustimmen sind. Das teilweise in Vergessenheit geratene Wissen über die Drehertechnologie ist besonders aufgrund der veränderten kinematischen Voraussetzungen und der hohen Leistungen der neuen Dreherwebmaschinen zu aktualisieren. ProjektIm Rahmen eines Forschungsprojekts (IGF-Nr. 15321 N) analysierte das Institut für Textil- und Verfahenstechnik Denkendorf (itv) die Einsatzgebiete von Geweben, die mit Hilfe eines neuen Dreherwebverfahrens hergestellt werden können. Speziell für dichte Gewebe wurden Einstellungsrichtlinien erarbeitet, welche die Wirkungszusammenhänge zwischen Garnmaterialien, Webmaschineneinstellungen und Gewebeeigenschaften für geschlossene Drehergewebe systematisch aufzeigen. Durch die Einstellungsvielfalt der 2-Spannungs-Technologie mit unterschiedlichen Fadenzugkräften für die Dreher- und Steherkettfäden können viele Gewebeeigenschaften gezielt verändert und optimal angepasst werden. Bei geschlossenen Geweben müssen bestimmte Grenzwerte eingehalten werden. Die dynamischen Kettfadenzugkräfte spielen dabei eine maßgebende Rolle für die Erzielung bestimmter Produktparameter. Belegt werden diese Einstellungsrichtlinien durch experimentelle Untersuchungen an ausgewählten Artikeln aus vier am Markt etablierten Produkt-sparten: Berufsbekleidung, Beschattungstextilien, Trägergewebe und Automobilstoffe. In einer Art Navigationsmatrix wurden die Erkenntnisse für die einzelnen Anwendungen zusammengetragen. Die Ergebnisse einer numerischen Herstellungs- und Belastungssimulation mittels Finite-Elemente-Methode bestätigen die Aussagen der Untersuchung und stellen eine gute Basis für eine praxisgerechte Weiterentwicklung der Gewebemodellierung dar. Die erarbeitete Wissensbasis soll Weber ermutigen, das enorme Potential, das in der Drehertechnologie steckt, für die Entwicklung weiterer neuartiger und innovativer Produkte schnell und zielorientiert zu nutzen. Fazit: Es zahlt sich nicht aus, nur bestehende Artikel zu kopieren, vielmehr gilt es, neue Wege mit anderen Garnmaterialien zu beschreiten.FörderungDas IGF-Vorhaben 15321 N wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung und - entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. ...
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