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Innovationspotenziale

Textile Werkstoffe und Verfahren waren und sind häufig Träger und Treiber für innovative Entwicklungen. Ausgehend von den klassischen Einsatzgebieten Bekleidung und Heimtextilien sind heute technische Anwendungen in fast allen Bereichen des täglichen Lebens präsent. Oft handelt es sich dabei nicht mehr um Textil in den gewohnten Erscheinungsformen, sondern um Funktionalität im Verbund mit diversen anderen Materialien.

Gerade dieses eröffnet interdisziplinär Möglichkeiten für Quantensprünge in der Ressourceneffizienz und für Produkte, die die Bedürfnisse und Konsumgewohnheiten der Menschen durch völlig neue Konzepte bedienen können. Textil als Schlüsselbranche der frühindustrialisierten Länder des 19. Jahrhunderts gewinnt in der jetzt eintretenden Epochenwende zunehmend an Gewicht; das lässt sich u. a. anhand folgender Merkmale herleiten:

 


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Diversität

Der Variantenreichtum (wörtlich: Artenvielfalt) von Textilien ist außerordentlich groß, weil Faserart und -mischung, Garn- und Fadenerzeugung, Techniken der Flächenherstellung sowie Oberflächenmodifikationen auf den verschiedenen Fertigungsebenen zu einer fast beliebigen Vielfalt an Eigenschaftsprofilen führen. In Analogie zur Natur resultiert daraus im unmittelbaren wie auch im übertragenen Sinne eine Stabilisierung des jeweiligen Anwendungssystems.

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Kompatibilität

Textil ist prädestiniert für ein breites Spektrum an Kombinationen mit anderen Materialien wie Kunststoffen, Beton, Metallen, Papier, Textil selbst, Sekundärrohstoffen u. v. a. Dadurch wird es z. B. möglich, konventionelle Konstruktionen durch Bauarten mit deutlich reduziertem Gewicht bei vergleichbarer Festigkeit oder Resistenz zu ersetzen. Gerade im Bereich der Mobilität und des Bauwesens entstehen so in der Produktion, aber insbesondere auch während der Nutzungsphase signifikante Vorteile für die Ökoeffizienz.

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Funktionalität

Textile Grenzflächen lassen sich durch zahlreiche physikalische und chemische Methoden gezielt verändern - auch im Zuge von Wiederaufbereitungsprozessen -, um Eigenschaften in Bezug auf Adsorption, Abstoßung, Porosität, molekulare Erkennung, kontrollierte Freisetzung von Stoffen etc. einzustellen. Insbesondere adaptive Strukturen, also Funktionen, die sich abhängig von bestimmten Umgebungsbedingungen planmäßig ändern, eröffnen ganz neue Ansätze für intelligente und selbstlernende Materialien.

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Flexibilität

Textilien lassen sich vielfältig dauerhaft oder reversibel verformen: Von der Elastizität in ein, zwei oder drei Dimensionen über die thermoplastische Modellierung bis zu dreidimensionalen textilen Fertigteilen. Flexibilität bedeutet aber auch, dass Textil in fast allen Anwendungsbereichen wie z. B. Automobilherstellung, Anlagenbau, Geo und Bautechnik, Flugzeugbau, Landschaftsschutz, Medizin- und Hygienetechnik etabliert ist und weltweit an Bedeutung zunimmt.

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Interaktivität

Durch Kombination von Diversität, Kompatibilität, Funktionalität und Flexibilität mit der Mikrosystemtechnik bietet Textil beste Voraussetzungen, sich zum interaktiven Daten- und Informationsmedium weiterzuentwickeln. Dazu gehören Funktionen als Sensor, Aktuator, Transponder etc. Derartige Zusatznutzen verleihen auch Mode-und Heimtextilprodukten neue Eigenschaften, die mit ihren ästhetischen Merkmalen für einen fließenden Übergang zu den rein funktionalen Textilien sorgen.

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Produktivität

Die heutigen Methoden der textilen Fertigung sind auf allen Stufen, insbesondere in der Flächenerzeugung, durch einen vergleichsweise hohen Grad an Automatisierung und Produktivität gekennzeichnet. Die Übertragung dieser Vorteile auf andere Branchen des verarbeitenden Gewerbes, d. h. nichttextile Materialen zu weben, wirken, stricken, flechten, wickeln/legen, nähen etc., eröffnet gänzlich neue Möglichkeiten der Effizienzsteigerung und vielfältige Chancen zur Produktgestaltung für die gesamte Textilindustrie.

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