Textilforschung aktuell - der Online-Newsletter des Forschungskuratoriums Textil e.V. vom 10.12.2009
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr!
In dieser letzten Ausgabe des Newsletters in 2009 haben wir wieder interessante Informationen aus der aktuellen Textilforschung für Sie zusammengestellt:
Neuartige Parasiten-Schutzausrüstung für Wolltextilien
Die Larven von Kleidermotten verursachen allein bei Wolltextilien im Wohnbereich einen Schaden von jährlich ca. 50 Mio. Euro. Abhilfe verspricht eine neuartige Parasiten-Schutzausrüstung, die das DWI an der RWTH Aachen e.V. in Kooperation mit dem Deutschen Textilforschungszentrum Nord-West e.V. in Krefeld entwickelt hat.
Als Alternative zu den konventionell auf Permethrin basierenden Insektiziden kommen dabei synthetische Parasitenschutzmittel auf Basis von Chlorfenapyr zum Einsatz, die keinerlei Gefährdungspotenzial für den Menschen aufweisen. Aber auch unkonventionelle Wirkstoffe wie z. B. ätherische Öle oder Pflanzenextrakte wie z. B. Neem-Extrakte wurden im Rahmen des Projektes eingesetzt. Darüberhinaus wurden von den Textilspezialisten Applikationsverfahren auf Basis von Cyclodextrinen sowie Mikro- und Nanogelen untersucht.
Mehr Informationen zu diesem Forschungs-Highlight finden Sie hier.
Textilforschungsbericht 2009
Der Textilforschungsbericht 2009 (Nr. 56) vereint rund 180 Kurzfassungen von Forschungsvorhaben aus der industriellen Gemeinschaftsforschung und anderen Forschungsprogrammen, die bundesweit 17 Forschungseinrichtungen im Zeitraum Frühjahr 2008 bis Sommer 2009 publizierten. Damit werden erneut die vielfältigen Facetten textiler Anwendungen mit Querschnittscharakter deutlich. Rund 60 Forschungsinhalte sind unmittelbar dem Produktionsbereich Technische Textilien zuzuordnen, der in Deutschland weiter auf Expansionskurs ist.
Erhältlich ist der Textilforschungsbericht 2009 über die Mitglieder des Forschungskuratoriums Textil und per Mail an ahesse@textilforschung.de.
Überlappungsfreies Fügen von technischen Textilien mittels Laser
Das Schweißen von Geweben bietet gegenüber dem traditionellen Nähen eine Reihe von Vorteilen. Am Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen wurde im Rahmen eines Forschungsvorhabens die Laserschweißtechnologie unter Verwendung eines Diodenlasers weiterentwickelt.
Dadurch kann eine präzise Naht erzeugt werden, die nur gering aufträgt und optisch unauffällig ist - eine Überlappung des Materials ist dabei nicht notwendig. Die textilen Eigenschaften der Fügepartner wie Biegeschlaffheit, Licht- und Medienpermeabilität werden daher nur gering beeinflusst. Zur präzisen Handhabung der Materialien während des Fügevorgangs wurde ein sensorisch gestütztes System entwickelt.
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Verfärbungsschutz für helle Möbelbezugsstoffe
Helle Polstermöbel liegen im Trend, sorgen aber aufgrund von Verfärbungen durch Kleidungsstücke für zahlreiche Reklamationen. Klassische, meist auf Fluorcarbonharzen basierenden Fleckschutz-Ausrüstungen stellen keine Lösung dar.
Am Bekleidungsphysiologischen Institut Hohenstein e.V. (BPI) in Bönnigheim wurde deshalb im Rahmen eines Forschungsvorhabens nach Möglichkeiten gesucht, Anschmutzungen heller Möbelbezugsstoffe durch Bekleidungstextilien mit schlechter Reibechtheit zu verhindern. Zum Einsatz kamen antiadhäsive quasikeramische Beschichtung auf Nanosolbasis die Verfärbungen verhindern oder zumindest die Entfernbarkeit mit Hilfe gängiger Reinigungsmethoden erleichtern. Im Rahmen des Projektes wurden verschiedenste Nanosole synthetisiert und auf diverse Möbelbezugsstoffe appliziert.
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Impressum
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Vorsitzender: Klaus Huneke