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Textilforschung aktuell - der Online-Newsletter des Forschungskuratoriums Textil e.V. vom 7.6.2010

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit den neuen Rubriken „FKT persönlich“, „Transfer gelungen“ und „In den Medien“ sollen ab dieser Juni-Ausgabe unseres zweimonatlichen Newsletters die Weichen für noch mehr Information, Transparenz und Aktualität gestellt werden.

Ziel ist, bis zum Jahresende wesentlich mehr Mitarbeiter aus Textilunternehmen, den Forschungseinrichtungen und vor allem auch Studenten und Auszubildende informatorisch in aktuelle Entwicklungen einzubinden. Stärker als bisher sollen ebenso die interessierte Öffentlichkeit wie auch Vertreter von Kommunal-, Landes- und Bundespolitik die Faszination neuer textiler Werkstoffe und Erzeugnisse, spannender Innovationen für mehr Umsatz und Beschäftigung erfahren.

FKT persönlich: Ab dem Sommer wird bekanntlich die Ernte eingefahren...
Veranstaltungen: Innovationstag Mittelstand präsentiert zahlreiche Highlights
Transfer gelungen: Innovative Matratze bringt Allergikern Erleichterung
Forschungs-Highlight 1: Innovative Drehergewebe mit hoher Gewebedichte
Forschungs-Highlight 2: Textilbasierte Walzenbewicklungen für Muldenmangeln
Veranstaltungen: mtex - Technische Textilien und Verbundstoffe im Fahrzeugbau
Forschungs-Highlight 3: Businesskleidung aus Chemiefasern


FKT persönlich: Ab dem Sommer wird bekanntlich die Ernte eingefahren...
 
...Was den Bauern Recht, ist dem Bundeswirtschaftsministerium als Veranstalter des Innovationstages Mittelstand seit Jahr und Tag nur billig. Am 17. Juni wird auf dem Berliner AiF-Gelände im übertragenen Sinne die Ernte der Technologieförderung aus den vergangenen Jahren eingebracht. Unter den 200 Exponaten beim Technik-Open Air erneut nicht zu übersehen sind 12 Aussteller aus der Textilforschung. Das ITV Denkendorf präsentiert beispielsweise einen von Bionik-Erkenntnissen inspirierten technischen Pflanzenhalm aus Faserverbundmaterial. Die Greizer Forscherkollegen sind mit Schmaltextilien für die Entsalzung, Trocknung und Schadensprävention an Mauerwerken vertreten; aus Pforzheim kommt eine Rundflechtmaschine und aus Rheine Handtücher mit geklebten Säumen. Sämtliche Innovationen haben ihre Wurzeln im Förderprogramm Industrielle Gemeinschaftsforschung bzw. in den Vorläufern des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) des BMWi.

Apropos ZIM: Mit Förderbescheiden in Höhe von gut einer Milliarde Euro für mittlerweile über 8.000 Projekte hat sich das erst zwei Jahre alte Programm zur Unterstützung von Forschung und Entwicklung in unseren Instituten wie auch bei industriellen Kooperationspartnern mehr als bewährt. Nach dem Motto „Von der Idee durch Förderung schneller zum Transfer und damit auf den Markt“ nutzen die meisten der uns angeschlossenen Institute dieses Angebot intensiv. Ich habe neulich telefonisch nachgefragt, wie ZIM als Instrument zur Innovationsbeschleunigung eingesetzt wird. Insgesamt laufen in den Instituten derzeit über 60 Projekte, weitere 30 sind beantragt. Spitzenreiter ist dabei das ITV Denkendorf mit allein 20 Förderprojekten, gefolgt vom STFI und den Hohenstein Instituten mit jeweils neun. Ein augenfälliger Unterschied: Das TITV in Greiz will zu seinen vier laufenden Forschungsvorhaben - zum Teil mit Partnern - noch weitere zehn ZIM-Anträge stellen, während einige wenige Institute kaum bzw. noch gar kein ZIM-Projekt haben. Woran mag es liegen?

Mit technotextilen Grüßen
Ihr Dr. Klaus Jansen, Geschäftsführer Forschungskuratorium Textil e.V.


Veranstaltungen: Innovationstag Mittelstand präsentiert zahlreiche Highlights
 
Reklamationen wegen vereinzelter Nahtauflösung waren der Auslöser; jetzt sollen Handtücher für Hotels und Krankenhäuser nicht mehr gesäumt, sondern vielmehr geklebt werden. Mit diesem Ziel kooperiert der in Rheine ansässige Handtuchhersteller Dyckhoff GmbH mit dem ITV Denkendorf.

Das Ergebnis dieser Entwicklungsarbeiten gehört zu den gut 200 Exponaten auf dem Innovationstag Mittelstand am 17. Juni in Berlin. In Berlin wird die Innovation beispielhaft für bislang 182 Projekte aus dem Textilbereich präsentiert, die mit 22 Millionen Euro aus dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) gefördert wurden.

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Transfer gelungen: Innovative Matratze bringt Allergikern Erleichterung
 
Wissenschaftler des Hohenstein Institut für Textilinnovation e.V. (HIT) in Bönnigheim haben in Zusammenarbeit mit dem Matratzenhersteller Fey & Co. aus Emsdetten eine neuartige Matratze für Hausstauballergiker zur Marktreife geführt.

Durch integrierte textile Heizelemente wird in die, im Rahmen eines Forschungsprojektes (AiFPRO INNO II Forschungs-Nr. KF0125502MD5) entwickelte Matratze, ein- bis zweimal wöchentlich auf 550 C erhitzt. Innerhalb der Matratze werden dadurch hygrothermale Lebensbedingungen geschaffen, unter denen die Milben sich gar nicht erst ansiedeln. Da die kleinen Spinnentiere die zum Leben notwendige Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft aufnehmen, reagieren sie auf eine trockene und warme Umgebung sehr empfindlich.

Die von der Firma roma-Strickstoff-Fabrik Rolf Mayer in Balingen zugelieferten elastischen textilen Heizmatten sind in definierten Abständen in die Matratzenschichten eingearbeitet. So ist sichergestellt, dass über den gesamten Matratzenquerschnitt hinweg die gewünschte Temperatur erreicht wird.

Mehr Informationen zu diesem Beispiel für erfolgreichen Forschungs-Transfer finden Sie hier.



Forschungs-Highlight 1: Innovative Drehergewebe mit hoher Gewebedichte
 
Im Rahmen eines Forschungsprojekts (IGF-Nr. 15321 N) analysierte das Institut für Textil- und Verfahenstechnik Denkendorf (itv) die Einsatzgebiete von Geweben, die mit Hilfe eines neuen Dreherwebverfahrens hergestellt werden können. Speziell für dichte Gewebe wurden Einstellungsrichtlinien erarbeitet, welche die Wirkungszusammenhänge zwischen Garnmaterialien, Webmaschineneinstellungen und Gewebeeigenschaften für geschlossene Drehergewebe systematisch aufzeigen.

Mehr Informationen zu diesem Forschungs-Highlight finden Sie hier.



Forschungs-Highlight 2: Textilbasierte Walzenbewicklungen für Muldenmangeln
 
Wäschereien stehen auf Grund steigender Personal- und Betriebsmittelkosten für Wasser und insbesondere Energie unter steigendem Kostendruck. Ziel eines gemeinschaftlichen Forschungsprojektes des Sächsischen Textilforschungsinstitut e.V. Chemnitz (STFI), des Instituts für Textiltechnik an der RWTH Aachen (ITA) und des wfk- Instituts für Reinigungstechnologie e.V. (wfk) in Krefeld war deshalb die Entwicklung einer einschichtigen Verbundstruktur als Bewicklung für die Walzen von Muldenmangeln.

Mit ihrer Hilfe soll Flachwäsche mit hoher Mangeltemperatur und langem Kontaktweg bei langen Standzeiten der Bewicklung bearbeitet werden können. Gleichzeitig soll die Wirtschaftlichkeit des Mangelns durch verringerte Mangelstillstandszeiten, verbesserter Mangelqualität und reduzierten Anteil von beim Mangeln beschädigten Teilen verbessert werden.

Mehr Informationen zu diesem Forschungs-Highlight finden Sie hier.





Veranstaltungen: mtex - Technische Textilien und Verbundstoffe im Fahrzeugbau
 
Vom 8. bis 10. Juni 2010 steht bei der mtex in Chemnitz, Europas führender Messe für Technische Textilien und Verbundstoffe im Fahrzeugbau, wieder alles unter dem Motto "Textiles on the move". 

Im begleitenden Symposium informieren Experten aus 15 Ländern über Zukunftspotenziale von Mobiltextilien, Fahrzeugdifferenzierung durch den individuellen Innenraum und innovative Mobiltextilien in Europa.

Mehr Informationen zur mtex finden Sie hier.



Forschungs-Highlight 3: Businesskleidung aus Chemiefasern
 
Wolle gilt bei vielen Trägern von hochwertiger Businesskleidung nach wie vor als Nonplusultra – zu Unrecht, wie ein aktuelles Forschungsprojekt des Hohenstein Instituts für Textilinnovation e.V. (AiF-Nr. 14342 N ) beweist. Die Wissenschaftler verglichen im Rahmen des Projektes das Feuchte- und Wärmemanagement sowie die hautsensorischen Eigenschaften verschiedener Woll- und Polyestergewebe.

Auf Basis der Ergebnisse wurde ein Polyestergewebe mit optimalen Eigenschaften zur Herstellung eines Herrenanzuges konzipiert und produziert. Dessen Tragekomfort lag in den abschließenden Untersuchungen deutlich über denen der Vergleichsprodukte.

Mehr Informationen zu diesem Forschungs-Highlight finden Sie hier.



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